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Antidekubitusmatratze – Was Sie vor dem Kauf beachten sollten!

Antidekubitusmatratze mit PumpeDurch ein zu langes Liegen im Bett können Druckgeschwüre entstehen. Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Schädigung der Haut, die auch als Dekubitus bezeichnet wird.

Die Geschwüre zeigen sich in der Regel an den Stellen, wo der meiste Druck entsteht oder die Haut empfindlich und dünn ist, zum Beispiel an den Fersen, den Ellbogen oder dem Gesäß. Die Antidekubitusmatratze eignet sich gut, um diese zu vermeiden.





Inhaltsverzeichnis


Was ist eine Antidekubitusmatratze?

Der Begriff Dekubitus (Wikipedia Dekubitus) leitet sich vom lateinischen Wort „decubare“ ab, was das Liegen bedeutet. Jede Bewegung schützt im Bett vor Druckstellen. Ist die Beweglichkeit allerdings stark oder gänzlich eingeschränkt, entstehen Druckgeschwüre, die Dekubitus genannt werden. Es handelt sich dabei um eine Schädigung der Haut und des Gewebes, das darunter liegt.

Während im Anfangsstadium lediglich eine Hautrötung zu sehen ist, wird die Haut bei Stufe zwei schon geschädigt und teilweise offen und bei Stufe drei liegt eine Tiefenschädigung der Haut und des Gewebes vor. Im vierten Grad sind sogar die Muskeln und Sehnen angegriffen, was bis hin zum Knochen gehen kann. Mit einer ausreichenden Dekubitusprophylaxe ist es möglich, dem effektiv entgegenzuwirken.

Dies ist mit der Antidekubitusmatratze möglich. Sie soll vor dem Wundliegen bewahren, da der Körper nicht zu lange auf der gleichen Stelle aufliegt. Hierfür verfügt sie über mit Luft gefüllte Kammern. Diese sind an eine Pumpe angeschlossen und durch ein Be- und Entlüften wird die Position des Liegenden gegen Druckstellen wirksam verändert. Für den Pflegebedürftigen selbst ist dies kaum spürbar. Der Druck verteilt sich somit besser auf die verschiedenen gefährdeten Körperregionen, sodass sie entlastet werden, da der Auflagedruck verringert wird.

Wann kommt eine Antidekubitusmatratze zum Einsatz?

Wer sich um pflegebedürftige Angehörige kümmert, weiß um die Problematik des Wundliegens und der daraus resultierenden Druckgeschwüre. Der Grund hierfür ist, dass die Nährstoffversorgung des Gewebes nicht mehr gewährleistet ist, sodass es an Sauerstoff mangelt und sich zu viel Kohlendioxid bildet. In der Folge kommt es zu Rötungen und Entzündungen. Schlimmstenfalls stirbt das Gewebe gänzlich ab.

Die Antidekubitusmatratze soll vor allem bei bettlägerigen Menschen, beispielsweise bei Pflegefällen oder frisch operierten Patienten, genau dies vermeiden, indem bestimmte Körperstellen vom Druck entlastet werden. Das beständige Liegen führt insbesondere in der Rücken-, aber auch in der Seitenlage häufig zu Druckstellen und Geschwüren.
Die Antidekubitusmatratze eignet sich zur Prophylaxe und zur Behandlung bei einer bereits erfolgten Erkrankung. Sie ist ideal für die häusliche Pflege von bettlägerigen Menschen, für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.

Bezahlt die Krankenkasse eine Antidekubitusmatratze?

Pflegehilfsmittel wie eine Antidekubitusmatratze müssen nicht unbedingt aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Bettlägerige Personen haben oftmals einen Anspruch auf diese Mittel, beispielsweise wenn sie zu Hause gepflegt werden. Es ist jedoch möglich, dass von der Krankenkasse nicht die vollen Kosten getragen werden, sodass für den Antragsteller ein Selbstbehalt bleibt.

Zudem fordern sie häufig einen Verordnungsschein, ein Begleitschreiben vom Arzt und Fotos von bereits bestehenden Wunden. Letzten Endes trifft, wie auch bei anderen Pflegehilfsmitteln, die entsprechende Krankenversicherung die Entscheidung. Die Pflegestufe des Patienten spielt hierbei ebenso eine Rolle. Es hilft nur, nachzufragen bzw. einen Antrag zu stellen.



Verschiedene Arten – wodurch unterscheiden sich Antidekubitusmatratzen?

Es gibt verschiedene Antidekubitusmatratzen, beispielsweise Würfelmatratzen, Schaumstoffmatratzen in zwei oder drei Schichten Schaumstoff, Matratzen mit einem hyperelastischen Schaumkern oder 3-schichtige Anti-Dekubitus Schwerlastmatratzen. Zudem können Standardmatratzen durch Dekubitusauflagen optimiert werden. Hierfür bieten die Hersteller unterschiedliche Systeme an. Diese werden unterschieden in:

➠ Weichlagerungssysteme

Bei den Weichlagerungssystemen handelt es sich meist um motorbetriebene Luftkissensysteme oder um weiche Schaumstoffmatratzen. Diese beinhalten keine automatischen Druckveränderungen. Der Druck wird hier breiter auf den Körper verteilt. Somit eignen sich diese Luftkissensysteme zum Vorbeugen von Geschwürbildungen. Es ist möglich, die Weichlagerung mit einer Pulsationstherapie zu kombinieren, ähnlich der Wechseldruckmatratzen.

➠ Wechseldrucksysteme

Die Antidekubitusmatratze mit Wechseldrucksystem verfügt über Luftkammern. Diese sind einfach zu handhaben. Der Nachteil ist aber, dass die Matratze über die Luftkammern und das Stromnetz ganz automatisch die zuvor eingespeicherten Druckveränderungen vornimmt. Bei den neuen Modellen ist der Vorteil, dass der Patient die Vibrationen kaum noch spürt, die bei Druckveränderungen entstehen.

Mikro-Stimulationssysteme

Besonders empfehlenswert ist das Mikrostimulationssystem, das gewöhnlich aus einer Unterfederung und einem Matratzenkern besteht. Die Flügelfedern wandeln jede Bewegung in sehr feine Gegenbewegungen um. Es kommt zu einer gleichmäßigen Druckverteilung. Die Blutzirkulation im Gewebe und die Eigenbewegung bleiben aufgrund der Rückkopplung erhalten, sodass die Mobilität gefördert wird. Der Patient kann sich auf einer Mikrostimulationsmatratze meist viel einfacher selbst bewegen als zum Beispiel auf einer Weichlagerungsmatratze.

Worauf sollte bei einer Antidekubitusmatratze geachtet werden?

Antidekubitusmatratzen können eine gute Hilfe sein, um ein Wundliegen und Druckgeschwüre zu verhindern. Hierbei sollte jedoch bedacht werden, dass die bloße Lagerung des Betroffenen nicht allein für die Heilung sorgen kann. Diese Matratzen sind zwar ein gutes Hilfsmittel, aber es ist dennoch essentiell, dass der Patient kontinuierlich umgelagert wird.

»Auch mit einer Antidekubitusmatratze muss kontinuierlich umgelagert werden! «

Die Lagerungsintervalle können jedoch verlängert werden. Der Bezug der Antidekubitusmatratze sollte zudem waschbar sein, da es bei der Gefahr eines Geschwürs besonders wichtig ist, auf einen gewissen Hygienestandard zu achten. Entzündungen können dadurch vorgebeugt werden.

Der Bezug sollte vor Bakterien, Milben etc. schützen. Diesbezüglich ist die Kombination mit einem Zirbenbett empfehlenswert! Mit einem Zirbenkissen können Sie einen weiteren Beitrag für einen möglichst erholsamen Schlaf leisten.

Des Weiteren ist eine gute Punktelastizität bei einer Antidekubitusmatratze wichtig. Dadurch wird der Druck besser verteilt und der Körper optimal entlastet. Diesbezüglich ist die Kombination mit einem Zirbenbett empfehlenswert!

Darf man Unterlagen für inkontinente Personen verwenden?

Auch inkontinente Patienten weisen aufgrund einer hohen Beanspruchung der Haut, die aus der Kotverschmutzung und der Feuchtigkeit resultiert, ein sehr hohes Dekubitusrisiko auf. Alles, was über das Laken hinausgeht, verringert jedoch den positiven Effekt der Matratze, sodass Feuchtigkeit vermieden werden sollte.

Für inkontinente Menschen gibt es spezielle Nässeschutzbezüge. Diese sorgen für eine dauerhafte Hygiene und eine hohe Haltbarkeit der Matratze. Zudem empfiehlt sich der Einsatz einer leistungsstarken Antidekubitusmatratze.



Was kostet eine Antidekubitusmatratze?

Die Kosten einer Antidekubitusmatratze hängen vom gewählten Modell ab. Sie können zwischen 50 und 350 Euro betragen, aber auch mehrere hundert Euro sind möglich. In der Regel steigt mit einem zunehmenden Preis jedoch auch die Qualität.

Welche Nachteile haben Antidekubitusmatratzen?

Wenn ein Patient länger auf einer Antidekubitusmatratze liegt, die sehr weich ist, wirkt sich das optimal auf die Gewebedurchblutung aus, doch es ist meist auch mit Nebenwirkungen verbunden. Dies liegt daran, dass der Körper ständig Reize auf die verschiedenen Rezeptoren benötigt. Dies sind kleinste Sensoren, die entsprechend reagieren und somit sehr wichtige Informationen mitteilen.

Fehlen diese Reize oder sie sind zu stark abgeschwächt, geht die Orientierung für den Körper verloren, sodass sich die bettlägerigen Patienten in ihrer Haut nicht mehr wohl fühlen. Dies kann sich in Empfindungsstörungen äußern, wodurch sich die Lebensqualität verschlechtert und das Immunsystem geschwächt werden kann.

Daher ist es wichtig, Nutzen und Risiko sorgfältig abzuwägen. Lieber ein Druckgeschwür zu riskieren, anstatt eine Antidekubitusmatratze zu wählen, wäre falsch. Als ein weiterer Nachteil wird das Brummen des Kompressors angesehen, allerdings sind die Aggregate in den vergangenen Jahren immer leiser geworden.

Antidekubitusmatratze Test – Welche Matratzen schneiden bei Tests am besten ab? Top 3

1. Schaumstoffsystem aks-maxiplot, Anti-Dekubitus-Matratze

Hierbei handelt es sich um ein Schaumstoffsystem aks-maxiplot. Die Würfelmatratze dient der Dekubitusprophylaxe und -therapie. Sie besteht aus 144 Schaumstoffwürfeln, die fest verbunden sind und über speziell abgerundete Oberflächen verfügen.

Die Vorteile der Antidekubitusmatratze sind die optimale Verteilung des Gewichts und die Reduzierung des Auflagendrucks. Die exakt eingearbeiteten Luftkanäle sorgen für eine verbesserte Luftzirkulation. Dank des geringen Gewichts ist die Handhabung einfach. Die Matratze eignet sich für den dauerhaften Einsatz, zum Beispiel bei der Pflege in den eigenen vier Wänden oder im Heim. Inklusive ist der aks-proderm Spannbezug.

2. Pulox Antidekubitus Matratze / Anti Dekubitus / Wechseldruckmatratze / Auflagesystem mit Pumpe

Bei dieser sehr geräuscharmen Antidekubitusmatratze, die über 130 Luftkammern verfügt, handelt es sich um eine komfortable Wechseldruckmatratze, die einfach auf eine normale Matratze aufgelegt werden kann. Mittels Pumpe werden abwechselnd zwei Luftkreisläufe mit Luft befüllt.

Die Leistung beträgt 4,5 Liter pro Minute. Der Druckzonenwechsel erfolgt alle fünf bis sechs Minuten. Die Matratze dient der Hilfe und Reduktion bei einem Auftreten von Dekubitus sowie der Verbesserung des Komforts. Sie eignet sich besonders für Personen, die eine längere Zeit lang bettlägerig sind.

Die Blutzirkulation wird verbessert und der Druck auf die empfindlichen Körperzonen gemindert. Von Vorteil ist auch die einfache Reinigung.

3. Anti-Dekubitus Wechseldruck-Matratzenauflage mit einer Pumpe / Mod. SY300

Dieses Modell eignet sich für Patienten, die lange Zeit bettlägerig sind. Die Auflage passt sich dank der bewegenden Zellen an das Gewicht eines jeden Patienten an. Die 130 individuellen Zellen blasen sich auf. Innerhalb von acht Minuten verringern sie sich, was zu einer Druckerleichterung, Kreislaufaktivierung und der Vermeidung von Druckgeschwüren führt.

Die Matratze verfügt über einen Motor-Kompressor und ein Reparatur-Kit. Zudem stehen ein Ersatzkompressor und eine Ersatzluftmatratze zur Verfügung. Sie ist einfach zu waschen.

Fazit

Die Antidekubitusmatratze ist ein optimales Pflegehilfsmittel, das vor Druckgeschwüren schützt. Diese können auftreten, wenn der Körper eine längere Zeit lang liegend in der gleichen Position verharrt. Dadurch entwickeln sich Druckstellen am Körper, die zum Geschwür werden können und starke Schmerzen verursachen.

Mit einer Antidekubitusmatratze, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, kann dies verhindert werden. Sie bietet Hilfe und einen vorbeugenden Schutz. Die verschiedenen Körperstellen werden damit nicht dauerhaft belastet, sondern zwischendurch regelmäßig entlastet. Dies macht ein Wechseldrucksystem mit zahlreichen Luftkammern möglich, die mit Luft befüllt werden.


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