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Fieber bei Kindern – Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Fiebriges Kind mit MutterKinder sind häufig von Fieber betroffen. Steigt es an, wächst gleichzeitig auch die Sorge um das Kind. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass Kinder im Vergleich zu den Erwachsenen schneller und häufiger auf Krankheitserreger mit Fieber reagieren. Daher ist das Fieber nicht immer Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil, denn häufig dient es dazu, Krankheitserreger abzuwehren. Meist handelt es sich um eine harmlose Virusinfektion, die nach wenigen Tagen wieder abgeklungen ist. Nur bei einem Prozent der Kinder ist eine ernste, behandlungsbedürftige Erkrankung die Ursache für das Fieber, beispielsweise eine bakterielle Entzündung wie eine Lungen- oder Hirnhautentzündung (wikipedia: Meningitis).



Welche Symptome treten auf?

Bei gesunden Kindern beträgt die Körpertemperatur 36,5 bis 37,5°C. Von 37,6 bis 38,5°C ist die Temperatur erhöht. Von Fieber wird ab 38,5°C und von hohem Fieber ab einer Körpertemperatur von 39 bis 40°C gesprochen. Temperaturen über 41,5 Grad sind lebensgefährlich, denn dabei werden die körpereigenen Eiweiße zerstört. Die zuverlässigsten Werte werden beim Messen im After geliefert, am schnellsten mit einem digitalen Thermometer. Oftmals ist es Kindern bereits anzusehen, dass sie Fieber haben:

  • Das Gesicht ist gerötet.
  • Die Augen sind glasig und wirken müde.
  • Die Haut ist blass.
  • Zudem fühlen sich häufig die Stirn oder der Nacken heiß an.
  • Der Appetit lässt meist nach.
  • Ein Durstgefühl und starkes Schwitzen stellen sich ein.
  • Während des Temperaturanstiegs kann es zu einem Frösteln bis hin zum Schüttelfrost kommen.
  • Die Gelenke und Muskeln schmerzen.
  • Oftmals treten auch Kopfschmerzen sowie eine Licht- und Geräuschempfindlichkeit auf.
  • Viele Kinder werden quengelig.

Diese Symptome können darauf hindeuten, dass das Kind Fieber hat. Babys und Kinder zeigen bei Fieber ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Welche Ursachen kommen für Fieber bei Kindern infrage?

Kinder sind generell anfällig für Fieber. Ein heftiges Toben, Aufregung oder zu warme Kleidung können bereits der Grund dafür sein, dass die Körpertemperatur ansteigt, ohne dass das Kind krank ist. In anderen Fällen können aber auch Krankheitserreger das Fieber auslösen. Der Körper versucht, diese abzuwehren. Zu den möglichen Ursachen für Fieber gehören beispielsweise:

  • Infektion mit Viren oder Bakterien, beispielsweise in der Form einer Erkältung, Infekten der oberen Luftwege oder der Ohren, Mittelohr- oder Mandelentzündung, Magen-Darm- oder Harnwegsinfekte usw.
  • Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln, Mumps, Scharlach, Windpocken und Dreitagefieber.
  • Kind bekommt Zähne.
  • Impfung.
  • Durstfieber (zu wenig getrunken oder Flüssigkeitsverlust, beispielsweise durch Durchfall oder Erbrechen, und ein daraus resultierender ausgetrockneter Körper).
  • Sonnenbrand oder Sonnenstich.
  • Hautkrankheiten wie Nesselsucht.
  • Ernsthafte Infektionen mit Viren, Bakterien oder anderen Erregern, beispielsweise Lungen-, Hirnhaut- oder Blinddarmentzündung.
  • Bakterielle Knochen- und Gelenkinfektionen.
  • Sehr selten sind allergische Reaktionen auf Medikamente oder Lebensmittel Grund für das Fieber.

Welche Folgen können auftreten?

Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ein zu hohes Fieber lebensgefährlich werden kann, doch dies ist sehr selten der Fall. Meist genügen schon kleine Infekte, dass die Temperatur ansteigt. In manchen Fällen kommt es zu einem Fieberkrampf. Daraufhin zucken die Arme und Beine oder der Körper ist unnatürlich steif. Das Kind verdreht zudem häufig die Augen und hat erweiterte Pupillen. Oftmals ist der Blick auch starr. Das Kind ist bewusstlos. Es ist nicht mehr ansprechbar und reagiert nicht. Des Weiteren können die Lippen oder das gesamte Gesicht blau anlaufen, da das Kind die Luft anhält.

Grundsätzlich gilt: Je schneller die Temperatur ansteigt, desto höher ist auch das Risiko eines Fieberkrampfes. Die Höhe des Fiebers an sich spielt bei der Entstehung eine untergeordnete Rolle.




Wie verhalte ich mich bei einem Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf lässt sich durch ein Schütteln des Kindes oder das Auflegen eines kalten Waschlappens nicht lösen. Er dauert meist zwei bis drei Minuten. Dies erscheint den Eltern, insbesondere wenn sie ihn erstmalig erleben, wie eine Ewigkeit. Sie fühlen sich sehr hilflos, denn der Fieberkrampf kann beängstigend wirken, ist aber meist harmlos. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und das Kind vor einer Verletzung zu schützen, indem es weich gelagert wird, was vor allem für den Kopf gilt. Die stabile Seitenlage ist ideal, damit Speichel und Erbrochenes abfließen können.

»Bewahren Sie unbedingt Ruhe und bringen Sie Ihr Kind in die stabile Seitenlage «

Zudem kann die Kleidung des Kindes gelockert werden. Das Kind ist anschließend gewöhnlich benommen und müde. Bei einem komplizierten Verlauf kann der Fieberkrampf 15 Minuten lang andauern und wiederholt vorkommen, allerdings sind die wenigsten Kleinkinder davon betroffen.

Welche Möglichkeiten der Behandlung stehen bei Fieber zur Verfügung?

Einem Kind mit Fieber muss nicht unbedingt ein fiebersenkendes Mittel gegeben werden. Fiebernde Kinder werden meist von allein wieder gesund. Ruhe, Zeit und eine liebevolle Zuwendung durch die Eltern genügen in den meisten Fällen.

Wichtig ist zunächst einmal, dass Kinder mit Fieber ausreichend Flüssigkeit benötigen, da der Körper sonst austrocknen könnte. Ideal sind Tee, Saft und Wasser. Es gibt zudem äußerliche Anwendungen, die hilfreich sein können, beispielsweise:

  • Wadenwickel sorgen für eine Kühlung und verstärkte Wärmeabgabe (nicht bei Schüttelfrost anwenden).
  • Kühle Bäder haben den gleichen Effekt.
  • Feuchter, lauwarmer Waschlappen, der auf die Stirn gelegt wird.
  • Passende Kleidung, damit es nicht friert oder überhitzt.
  • Leicht verdauliche Speisen, beispielsweise Kompott.
  • Bettruhe

Nach den Maßnahmen geht es dem Nachwuchs oftmals deutlich besser. Ein Kind mit Fieber sollte jedoch weder die Krabbelgruppe noch den Kindergarten oder die Schule aufsuchen, denn es ist krank. Zudem ist das Kind anfälliger für Infektionen oder vielleicht sogar davon betroffen, sodass es andere Kinder anstecken könnte.

Behandlung mit Medikamenten

Krankes Mädchen beim Arzt

Fragen Sie Ihren Arzt

Genügen die genannten Maßnahmen nicht oder das Fieber ist zu hoch, stehen zur Senkung auch Medikamente aus der Versandapotheke zur Verfügung, die zudem meist noch eine schmerzlindernde und entzündungsbekämpfende Wirkung haben. Am häufigsten werden Paracetamol und Ibuprofen eingesetzt. Ibuprofen darf jedoch erst gegeben werden, wenn das Kind 6 Monate alt ist. Bei Kindern mit Fieber, die schwer Tabletten schlucken können, sind Fiebersäfte oder Zäpfchen gut geeignet. Kleine Kinder dürfen keinesfalls den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen, wie er beispielsweise in Aspirin enthalten ist, da er das Reye-Syndrom auslösen kann. Hierbei handelt es sich um eine seltene Leber-Hirn-Erkrankung, die im schlimmsten Fall tödlich endet.

»Verabreichen Sie Ihrem Kleinkind auf keinen Fall Acetylsalicylsäure (Aspirin)! «

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Die meisten fiebernden Kinder müssen keinem Arzt vorgestellt werden, da sie auch zu Hause optimal versorgt und gepflegt werden können. Dies ist zumindest so, wenn es sich um eine harmlose Infektion handelt und das Kind keinerlei Anzeichen zeigt, das eine ernsthafte Erkrankung vorliegen könnte. Das Kind sollte jedoch gut beobachtet werden. Ärztliche Hilfe ist erforderlich, wenn das Kind nicht trinkt und Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels bestehen. Dies macht sich folgendermaßen bemerkbar:

  • eingesunkene Fontanelle (Knochenlücke im vorderen, oberen Schädel ist größer als gewöhnlich).
  • Mund und Lippen sind trocken.
  • Augen sind eingesunken.
  • Fehlende Tränen.
  • Insgesamt schlechtes Aussehen oder besorgniserregender Allgemeinzustand.

Ein Arzt sollte zudem in folgenden Fällen aufgesucht werden:

  • Fieber hält länger als 24 Stunden lang an und sinkt trotz Wadenwickel und Zäpfchen oder anderer Medikamente nicht.
  • Temperatur steigt über 39°C .
  • Weitere Krankheitszeichen bestehen, beispielsweise bellender Husten, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Atem- oder Schluckbeschwerden, steifer Nacken, Teilnahmslosigkeit, aber ebenso Unruhe oder Verwirrtheit etc.
  • Hautausschlag oder veränderte Hautfarbe deuten ebenfalls auf eine Krankheit hin.
  • Kind ist trotz fiebersenkender Mittel deutlich beeinträchtigt und geschwächt.
  • Baby ist auffallend teilnahmslos, reagiert weniger, verhält sich anders als gewöhnlich und ist müde.
  • Fieberkrampf ist aufgetreten.

In diesen Fällen sollte das Kind einem Arzt vorgestellt werden, um die Ursache für das Fieber zu ermitteln und im besten Fall ernsthafte Erkrankungen ausschließen oder eine geeignete Behandlung einleiten zu können. Wann letzten Endes zum Arzt gegangen werden sollte, ist nicht nur von der Höhe der Körpertemperatur abhängig, sondern vom Außmaß der Beschwerden und vom allgemeinen Krankheitsgefühl.



Fazit

Kinder sind bis zum Jugendalter von zahlreichen Krankheitserregern betroffen. Die Immunabwehr ist trotz Schutzimpfungen ständig auf Trab. Dies zeigt sich allein an den häufigen Erkältungen, unter denen Kinder leiden. Im Durchschnitt sind es sechs im Jahr. Kinder fiebern oft, schnell und auch deutlich. Dabei ist das Fieber keine Krankheit, sondern es ist nur ein Zeichen dafür, dass das Abwehrsystem gerade gegen Krankheitserreger ankämpft. Fieber ist demzufolge ein natürlicher Abwehrmechanismus und sollte daher nicht immer medikamentös gesenkt werden. Fiebersenkende Mittel sollten bei Kindern möglichst erst ab 39°C verabreicht werden. Ausnahmefälle können beispielsweise sein, wenn das Kind unter dem Fieber sehr leidet und immer geschwächter wirkt.

Weiterführende Links:

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs


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